Ich fasse die beiden Tage zusammen, da wir an beiden Tagen ein Seightseeing-Marathon absolviert haben. Uli hat sich einen Tag frei genommen, da sie die Sehenswürdigkeiten schon kennt und lieber noch ein paar Designer "Geheimtipps" ansteuern möchte. Das Wetter schwankte immer zwischen windig, wenig Sonne, Regen, viel Sonne, diesig... also eigentlich so, wie wir es als echte Norddeutsche gewohnt sind.
Für den Mittwoch hatten wir uns als erstes das Empire State Building vorgenommen. Wenn man aussen vor dem Gebäude steht unterscheidet es sich nicht von den anderen Steinblöcken in dieser Strasse. Hier haben mich früher schon japanische Touristen gefragt, ob ich ihnen den Weg zum Empire State Building zeigen könnte... man muss also schon die Augen aufmachen und aufpassen das man nicht dran vorbei läuft. Für mich ja eigentlich auch ein Problem mit den Augen aufmachen, ausser ich schaue durch eine Kamera. Da ich dieses Gebäude aber gut in Erinnerung habe, konnte ich Oma leicht dorthin navigieren.
Im Gebäude angekommen haben wir uns an das Ende der 45 minütigen Warteschlange gestellt und standhaft alle Versuche, uns noch eine Kinoshow, Fotos, Exclusivtickets für den sofortigen Zugang zur Dachterrasse, T-shirts mit "ich war oben" Logos, etc.., anzudrehen, abgewehrt. Nach Taschenkontrolle und Metalldetektor durften wir dann Tickets kaufen. 1 adult für 18$, 1 youth für 16$ und unsere senior für 16$. Damit durften wir uns dann an die vorletzte Hürde stellen: der Fahrstuhl. Der Fahrstuhl fasst 10 Leute und nach einer rasanten Fahrt mit permanentem Druckausgleich kamen wir kurze Zeit später im 80 Stockwerk an. Hier wartet die letzte Hürde auf den Besucher. Der nächste Fahrstuhl für die letzten 6 Stockwerke oder aber die Fitnesstreppen. Beim Anblick der Schlangen vor dem letzten Lift eine leichte Entscheidung zugunsten der Treppen. Wenn man denkt, dass das höchste Gebäude NY´s auch ein gleichermassen imposantes Treppenhaus hat, wird beim Anblick und der Erkenntnis das meine Kellertreppe zuhause das gleiche Format hat, eines Besseren belehrt. Das Treppenhaus ist ne muffige, enge Bude. Also schnell hoch. Geht aber nicht so schnell. Die Hitze und die anderen Touris verlangsamen den Aufstiegs zu King Kongs Aussichtsturm doch gewaltig. Ich hoffe Oma macht nicht schlapp. Aber sie hat bisher auch der Hitze in den Subway Stationen getrotzt.
Wir kommen heil oben an und schlagen uns durch die Menschenmenge auf die Aussichtsplattform. Trotz des wolkenverhangenen Himmels haben wir eine überwältigende Aussicht über Manhattan. Es gibt 3 Möglichkeiten relativ schnell an die vorderste Aussichtsfront zu gelangen:
1. alle Besucher vor einem verprügeln und von der Plattform werfen... King Kong Methode
2. penetrant dicht hinter den Leuten stehen und warten bis sie deiner nähe überdrüssig sind oder...
3. ne Profikamera dabei haben.
Klappt meistens... Ehrfürchtig wird einem Platz gemacht. Einer fragte mich, ob meine Mark III Internetanschluss hat ;-) Hat sie, aber ihm das zu erklären hätte zu weit geführt. Aber alle diese Methoden versagen, wenn Du einen Italiener vor dir hast, die verhalten sich schmerzfrei...und drücken dich, solltest du sie hinter Dir haben, voll ins Gitter der Absperrung.
Nach 150 Bildern und langem Schauen und "guck mal da unten haben wir auch gestanden..." gingen wir dann wieder runter. Diese Prozedur dauerte auch noch einmal 35 Minuten. Für 30 Minuten auf Manhattan schauen haben wir fast 2.5 Stunden benötigt. Aber ich werde es wieder machen. Der Ausblick entschädigt einen für jede Warteminute. Das nächste Mal werde ich es so timen, das ich die blaue Stunde dort oben verbringen kann. Dann nehme ich mein Stativ mit für coole Bilder.
Danach sind wir gefühlte 200km zu Fuss durch die City getobt. Grand Central, Chrysler, Rockefeller Center, United Nations, Deutsche Botschaft, Waldorf-Astoria. In den Einkaufskatakomben des Rockefelle-Centers haben wir uns bei Starbucks wieder mit Uli getroffen. Zurück in unserer Wohnung mussten wir uns erstmal die Manhattan-Patina abduschen. Aber vorher haben wir uns in unserem Lieblingsdeli noch mit Abendessen eingedeckt...
Am Donnerstag wurde das Wetter endlich wieder richtig sonnig und natürlich auch wieder warm, ach nee, heiss!! Nach einem ausgiebigen Frühstück bei "Penelope" haben wir noch die obligatorische Fahrt mit der Staten Island Ferry gemacht und sind noch ein wenig kreuz und quer durch Manhattan. Dann für ein nettes Picknick im Central Park was zum schmackofatzen gekauft und im Park auf einem grossen Felsen unsere Decke ausgebreitet. Dieser Park ist gewaltig. Schon nachdem man ihn betreten hat wird es um einen leise und der Verkehrslärm ebbt sofort ab. Man wähnt sich nicht mehr in einer Millionenmetropole. Sehr genial...
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